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Gewitter

Das Gewitter
Gewitter zählen zu den eindrucksvollsten Wettererscheinungen. Im Altertum wurden Blitz und Donner noch als überirdische Botschaften oder als Kampf der Götter betrachtet. Die Blitze stellen nur eine grosse elektrische Entladung dar und dabei den Donner auslösen. Wie die grossen Spannungsunterschiede in den Gewitterwolken entstehen, ist im Detail auch heute noch nicht geklärt.


Wie ein Gewitter entsteht
Gewitter treten in den Alpen in der Regel an warmen Sommertagen auf. Durch die Sonneneinstrahlung erwärmt sich die bodennahe Luft und steigt auf (Heissluftballonprinzip). Dabei kühlt sich die Luft ab. Je nach Feuchtigkeitsgehalt bilden sich die typischen sommerlichen Quellwolken, auch Cumuluswolken genannt. 

Nimmt die Temperatur mit der Höhe stark ab, so türmen sich diese Schönwetterwolken weiter auf: Es entstehen die blumenkohlähnlichen Gewitterwolken, die sich an der Obergrenze der Wetterschicht (Tropopause in 10 bis 15 km) ausbreiten und einen Amboss bilden (Cumulonimbus).

 

In diesen Cumulonimbuswolken herrschen starke Aufwinde, die verhindern, dass kleine Regentropfen oder Eiskörnchen nach unten fallen. Diese wachsen immer mehr zusammen und fallen schliesslich als dicke Regentropfen oder Hagel vom Himmel. Die Schwerkraft ist hier stärker als die Aufwinde. Gleichzeitig entstehen durch Kollision zwischen Wasser- und Eisteilchen unterschiedliche Ladungen. Im oberen Teil der Gewitterwolke sammelt sich die positive Ladung, die Wolkenbasis ist meist negativ geladen.

 

Überschreitet der Spannungsunterschied einen Grenzwert, dann sorgt ein Blitz in der Wolke oder zwischen Wolke und dem meist positiv geladenen Boden für Ausgleich. Im etwa fingerdicken Blitzkanal erhitzt sich die Luft schlagartig auf 30'000 Grad, die Schockwelle sorgt für den hörbaren Donner: als Knall in der Nähe des Einschlagsortes, als dumpfes Grummeln bis in maximal 20 Kilometer Entfernung.

 

Gewitterstatistik
Jede Stunde gibt es weltweit etwa eine Million Blitze. Rund 200'000 Mal im Jahr schlagen Blitze in der Schweiz ein. Am Alpennordrand gibt es pro Jahr etwa 30 Gewittertage, im Tessin etwas mehr und inneralpin (Wallis, Graubünden) deutlich weniger, weil die Luft in den inneralpinen Tälern weniger labil, kühler und trockener ist, der Wind hauptsächlich durch Berg- und Talwindsysteme und nicht durch grossräumige zusammenfliessende Strömungen bestimmt wird. Es verdampft weniger Feuchtigkeit, welche die Instabilität der Luft fördern könnte. Jedes Jahr werden in der Schweiz immer noch rund fünf Personen vom Blitz erschlagen!

 


Beachten Sie folgende Regeln:

  • Aufenthalt im Freien vermeiden
  • Schutz in massiv gebauten Gebäuden mit Blitzschutzanlagen oder Autos mit Ganzmetallkarosserie suchen

 

Im Freien gilt:

  • Nicht unter Bäumen Schutz suchen oder sich auf dem höchsten Punkt aufhalten: Bodenmulden, Hohlwege, Felsvorsprünge geben gewissen Schutz
  • Abstand von Gegenständen aus Metall wie Zäune, Gitter und anderen Konstruktionen einhalten
  • Kauerstellung mit geschlossenen Füssen einnehmen; Abstand zu anderen Personen einhalten

 

 

 

 
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