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100-jähriger Kalender

Die Bauernregeln
In den letzten Jahren hat dank immer besseren Prognoseverfahren die Qualität der Vorhersagen deutlich zugenommen. Wegen des prinzipiell "chaotischen" Verhaltens der Atmosphäre sind aber Fehlprognosen dennoch möglich. Wie steht es nun aber mit der Qualität der Bauernregeln oder gar des 100-jährigen Kalenders, denen ja im Appenzellerland grosse Beachtung geschenkt wird?


Bauernregeln
Bauernregeln beruhen auf langjährigen guten Wetterbeobachtungen und besitzen somit eine auch wissenschaftlich untersuchte hohe Zuverlässigkeit. Vom Erfahrungsschatz der Einheimischen profitieren beispielsweise auch heute noch Wanderer und Bergsteiger, und sei es nur, dass sie erfahren, welcher Wetterbericht auf welchem Radiosender am zuverlässigsten ist.

So ist zum Beispiel der Nordwind vor einem Gebirge mit einem anderem Wetter verbunden als hinter einem Gebirge. Die Bauernregeln stammen in der Regel alle aus dem Mittelalter, in den letzten 100 bis 200 Jahren sind nur wenige neue entstanden. Dabei hat sich das Klima in den Alpen nachweislich verändert. Nicht zu vergessen ist ausserdem, dass ein Begriff wie "schönes Wetter" bei den Landwirten eine andere Bedeutung hat als in der modernen Freizeitgesellschaft.

 

100-jähriger Kalender
Die Geschichte des "100-jährigen Kalenders" zeigt uns schnell auf welchen Grundlagen er beruht.


Sein geistiger Vater war der Abt Moritz Knauer, der zwischen 1652 und 1658 bei Bamberg tagebuchartige Wetteraufzeichnungen machte. Damals waren nur sieben Planeten bekannt und man meinte, dass sich deshalb das Wetter entsprechend alle sieben Jahre wiederhole. Allerdings haben weder die Planeten noch der Mond einen Einfluss auf unser Wetter. Doch ein pfiffiger Geschäftsmann erstellte aus diesen Daten mit Hilfe der Planetenjahre erstmals 1701 den noch heute gebräuchlichen Kalender. Die ohnehin pauschalen Vorhersagen treffen hin und wieder zu. Das ist aber reiner Zufall.

 


Tiere
Tiere können durch ihr hochempfindliches Nervensystem bevorstehende Wetterereignisse Stunden, vielleicht gar einen ganzen Tag, vorher wahrnehmen. Allerdings passen Meldungen über gestrandete Zugvögel oder von einem sommerlichen Kälteeinbruch überraschte Kühe auf den Alpen nicht ins Bild.
Und wie sollen Tiere und Pflanzen das Verhalten der Atmosphäre in den nächsten Monaten erahnen, wenn dieses auch von Vorgängen in weit entfernten Teilen der Erde abhängt?

 
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